Australischer Teppichkäfer

 

Anthrenocerus australis


Der Australische Teppichkäfer verbreitete sich über England in die Niederlande und gelangte wahrscheinlich von dort aus nach Deutschland. Mittlerweile ist er zumindest in Nordwestdeutschland ein weit verbreiteter Wohnungsschädling.

Er kommt in ganz Niedersachsen vor. Außerdem sind Funde aus Nordrheinwestfalen, Hessen und Berlin/Brandenburg gemeldet.

Die nördliche Verbreitungsgrenze scheint das Niederelbegebiet und das südliche Hamburg zu sein. Funde aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg sind noch nicht gemeldet.

Die Käfer schlüpfen das ganze Jahr über mit Ausnahme der Monate November bis Februar.

Aussehen


Der Käfer ist länglichoval, 2,0- 3,5 mm lang und 1,5- 2,5 mm breit ( kleiner als ). Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind dunkelrotbraun bis schwarz, Körperanhänge (Beine, Fühler) sind rotbraun gefärbt. Die Fühlerkeule besteht in beiden Geschlechtern aus 11 Gliedern mit einer 3gliedrigen Keule, deren erstes Glied größer ist als das zweite.

Auf den Flügeldecken befinden sich mehrere aus weißen Haaren gebildete Querbinden, wobei einzelne goldgelbe und schwarze Haare eingemischt sind. Auch das Halsschild ist weißlich behaart.

Diese Behaarung unterscheidet den Australischen Teppichkäfer von den bekannteren Kabinett- und Teppichkäferarten aus der Gattung Anthrenus, welche immer eine beschuppte Körperoberfläche besitzen.

Die Larve wird 3 bis 6 mm lang, ist an der Oberseite braun, unten gelblich weiß gefärbt und gekennzeichnet durch den Besitz von Pfeilhaarpolstern sowie eines Borstenschwanzes am Hinterleibsende.

Die Puppe bleibt in der Larvenhaut und ist etwa 3- 4 mm lang. Sie bleibt fast immer in der letzten Larvenhaut.


Ernährung und wirtschaftliche Bedeutung


Die Nahrung der Larven besteht aus Wollwaren aller Art und anderen trockenen tierischen Stoffen. In pflanzlichen Fasermaterialien und auch Vorräten können die Tiere ebenfalls ihre Entwicklung durchlaufen.

Die Larven des Australischen Teppichkäfers zerstören ein breites Spektrum tierischer Produkte wie Wolle, Pelze und Leder sowie Produkte aus diesen Materialien.

Auch in Insektensammlungen können sie durch Keratinfraß erhebliche Schäden anrichten. In Wohnungen halten sich die Larven unter den Teppichen und in dunklen Ecken von Kleiderschränken auf.

Biologie und Entwicklung


Hinsichtlich Biologie und Entwicklung unterscheidet sich der Australische Teppichkäfer von den synanthropen Anthrenus- und TrogodermArten dahingehend, dass bei durchschnittlicher Zimmertemperatur von 22°C zwei bis drei Generationen im Jahr ausgebildet werden können.

Die Käfer schlüpfen das ganze Jahr über mit Ausnahme der Monate November bis Februar.

In Ihrer australischen Heimat sind die Käfer auf Blüten anzutreffen, wo sie Pollen aufnehmen. In unseren Breiten scheint die gesamte Entwicklung innerhalb von Gebäuden abzulaufen, da bisher noch keine Freilandfunde bekannt geworden sind.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass in Vogelnestern, welche geschützt am Haus zu finden sind, eine Entwicklung stattfinden kann. Ob die adulten Käfer überhaupt noch Nahrung in ihrer kurzen Lebenszeit von zwei bis drei Wochen aufnehmen ist nicht bekannt.

Die Ei-Anzahl sowie die Dauer der Eientwicklung sind temperaturabhängig, wobei ihre durchschnittliche Entwicklung bei 22° C etwa 10 bis 12 Tage dauert. Die aus dem Ei schlüpfende Eilarve fängt sofort an Nahrung aufzunehmen.

Die Anzahl der Larvenstadien ist abhängig von der Nahrung, der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.

Bei Zimmertemperaturen beträgt die vollständige Entwicklung der Larven lediglich 2 Monate. Die Puppe bleibt in der letzten Larvenhaut. Das Puppenstadium dauert bei 22° C etwa 7 bis 10 Tage.

Die Ende Oktober noch nicht verpuppten Larven legen eine Ruhepause von ca. 3 Monaten ein und verpuppen sich erst Ende Februar.

Fotos und Text von K. Stelling
Literatur: DpS 10/2000, "Der Australische Teppichkäfer", B. Oltmann, K. Stelling, A. Herrman
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Gesundheitliche Risiken


Wie alle Dermestidenlarven besitzen auch die Larven des Austr. Teppichkäfers als Schutz vor Fraßfeinden sog. Pfeilhaare, die leicht abbrechen, und ein hohes Allergenpotential haben.

Bei dafür empfänglichen Personen kann Bronchialasthma durch die Pfeilhaare ausgelöst werden, insbesondere dann, wenn die Käfer in Wohnungen auftreten. Dort sorgt allein schon die hohe Vermehrungsrate für ein hohes Gefährdungspotential.

Gegenmaßnahmen


Die lichtscheuen Larven findet man hinter Fußleisten, unter Teppichen, in Schränken, im Lattenrost des Bettes, in Regalecken, letztlich in allen dunklen Ecken der Wohnung.

  • Erste Maßnahme sollte das gründliche Aussaugen aller potentiellen Befallsrote sein.

  • Achtung: Bereiche unter Teppichen kontrollieren! Nicht nur Wolltextilien, sondern alle Kleidung sollte kontrolliert und gründlich ausgeschüttelt werden.

  • Da Wolle nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden kann, nützt das Waschen sehr wenig, da die Temperaturen in der Waschmaschine zu niedrig sind, um die Insekten abzutöten.

  • Befallene Textilien, Felle oder Pelze in einer Plastiktüte verpackt abwechselnd einfrieren und schnell wieder auftauen. Kalte Wintertage oder Gefrierschrank dazu nutzen.

  • Polstermöbel, Teppiche und Vorhänge regelmäßig bürsten, klopfen, saugen bzw. waschen, um ein Einnisten der Schädlinge zu verhindern.

  • Die Wohnräume durch regelmäßiges Lüften trocken halten. Möbelstücke von der Wand abgerückt aufstellen, damit die Luft zirkulieren kann.

  • Beim abendlichen Lüften das Licht löschen.

  • Vogelfedern, Hunde- oder Katzenhaare und tote Insekten im Haus regelmäßig entfernen.

  • Körpergeruch und Hautschuppen locken die Insekten an. Daher Stofftextilien und Teppiche vor einer längeren Aufbewahrung erst waschen oder reinigen.

  • Verlassene Vogelnester in Hausnähe entfernen. Sie nicht nur von Teppichkäfern gern besiedelt. Auch Vogelflöhe und eine Vielzahl anderer Insekten fühlen sie in Vogelnestern wohl. Daher beim Entfernen Handschuhe tragen und die Kleidung gründlich abklopfen.

  • An der Wand kriechende Larven absaugen oder mit einem Tuch entfernen. Käfer, die an der Innenseite der Fenster sitzen, ins Freie befördern bzw. bei Massenbefall töten.

  • Befallene Textilien ausbürsten, klopfen, waschen, reinigen oder bügeln.

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