Heimchen

 

Acheta domestica


Das Heimchen ist mit den Heuschrecken verwandt und hat wie diese zu Sprungbeinen entwickelte Hinterbeine.

Aussehen

Das erwachsene Tier ist etwa 2 cm lang, hell graubraun und mit schwarzen Zeichnungen auf Brust und Kopf. Es trägt 2 Paar Flügel. Die hinteren Flügel dienen zum Fliegen. Die Larven (Nymphen) ähneln ihren Eltern im Aussehen.

Entwicklung


Zur Vermehrung finden sich die Partner durch lautes Zirpen. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier einzeln ab und nach ungefähr einem Monat schlüpfen die Nymphen.

Nach ca. 10 Häutungen und 4 bis 10 Monaten sind die jungen Heimchen erwachsen und können selber Nachkommen zeugen.

Das Zirpen

Nur das männliche Heimchen singt um das Weibchen anzulocken. Seinen Gesang bringt das Tier durch das Aneinanderreihen der Deckflügel hervor. Jedes Männchen hat seinen festen Platz und erzeugt ein aggressives Zirpen, wenn andere Männchen versuchen in sein Revier einzudringen.

Ein Männchen kann stundenlang singen und ein sehr geduldiger Zoologe hat einmal festgestellt, dass ein Heimchen im Verlauf von 4 Stunden nicht weniger als 42.000 Mal gezirpt hat.

Es gibt wenige Menschen die diesen Gesang auf Dauer lieben. Im alten China wurde jedoch der Gesang sehr hoch eingeschätzt und die Damen des Königshofes hatten kleine, goldene Käfige mit diesen Tieren, die am Kopfende des Bettes standen, um das Einschlafen durch den Gesang zu verschönern.

Vorkommen und Bedeutung

Seinen Namen erhielt das Heimchen durch sein Verhalten, sich im "Heim" aufzuhalten. Das Insekt ist ein altes wohlbekanntes Haustier und wird in vielen Sagen und Märchen erwähnt.

Heimchen sind sehr häufig in Backstuben, Heizungskellern, Großküchen, Brauereien und anderen warmen Bereichen in der Nähe zu organischen Abfällen oder Lebensmitteln zu finden. Oftmals wurde die Heizung abgeschaltet, da man durch das ständige Zirpen glaubte, sie sei schadhaft.

In unseren Breiten kann das Heimchen nur selten (in den Sommermonaten) im Freien überleben; im Winter hält es sich stets in Häusern auf um die nötige Wärme zu finden. Auf Müllhalden mit viel Gärungswärme ist es das ganze Jahr über zu finden und kann sich außerordentlich vermehren.

Heimchen ernähren sich von fast allen organischen Stoffen. Sie bevorzugen aber weiche, abgestorbene Pflanzenreste und können auch von Aas und anderen Insekten leben. Es kann ebenso wie die Schabe Träger von krankmachenden Keimen sein.

Wie Sie sehen, ist eine Einteilung der Insekten in Gruppen wie Hygieneschädlinge, Lästlinge usw. nicht immer ganz einfach. Treten Heimchen in Lebensmittelbereichen auf, können sie durchaus als Hygieneschädling bezeichnet werden.

Die Zuordnung zu den Lästlingen habe ich vorgenommen, da sie duch ihr lautes Zirpen, von den meisten Menschen einfach nur als lästig wahrgenommen werden.

Bekämpfung


Da Heimchen den Schaben in ihren Ansprüchen an die Umgebung (Wärme und Feuchtigkeit) sehr ähnlich sind, gelten die gleichen Empfehlungen wie für die Schabenbekämpfung.

Einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe finden Sie hier.

 

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