Kopflaus

  Kopflaus - Pediculosis humanus capitis
Gemeine Stechfliege - Wadenstecher - Stomoxys caiciltrans                                                                                   

Kopflaus - Pediculus humanus capitisus humanus corporis

Kopflausbefall ist keine Schande !

Am Ende von Schulferien kommt es öfters zum Auftreten von Kopfläusen. Dabei können Personen aller Altersgruppen und Bevölkerungsschichten betroffen sein. Läuse fühlen sich auch in sauberem Haar pudelwohl, sie sind kein Zeichen mangelnder Hygiene.

Oft breiten sich Kopfläuse epidemieartig in Kindergärten und Schulen aus, bedingt durch enges Spiel und gemeinschaftliche Kuschelecken. Je älter die Kinder desto seltener werden die unerwünschten Mitbewohner.

Der Weg der Übertragung kann durch Austausch von Kappen/Mützen, benutzten Kämmen/Bürsten, Handtüchern oder direktes „Köpfe zusammenstecken“ passieren.


Aussehen


In Form und Farbe ist Sie der Kleiderlaus (Pediculus humanus Humanus/corporis) sehr ähnlich. Nur in der Größe fällt Sie etwas hinter der Kleiderlaus zurück, da die erwachsenen Tiere nur 2,4 – 3,1 mm Körperlänge erreichen. Nissen haben eine Größe von 0,8 mm.

 

Vorkommen und Entwicklung


Wie Ihre Bezeichnung es schon verrät lebt die Kopflaus im Bereich des menschlichen Schädels. Dort fast immer im Haupthaar, wobei auch Fälle bekannt wurden, in dem Tiere in den Augenbrauen oder sogar im Bart zu finden waren.

Der gesamte Entwicklungszyklus (Ei bis zum erwachsenen Tier) beträgt unter Idealbedingungen (ca.31°C und 65-70% RH) etwa 17-21 Tage.
Aus dem abgelegten Ei (der sog. Nisse) schlüpft nach 6-10 Tagen die Eilarve (sog. Larvenstadium 1).
Nach 3-4 Tagen häutet sich Diese zum Larvenstadium 2.
Aus der Larve 2 wird das Larvenstadium 3 (3-4 Tage) aus dem sich dann durch eine weitere Häutung eine geschlechtsreife Kopflaus entwickelt.

Befruchtete Kopflausweibchen legen pro Tag 3-6 Nissen (Eier ab), und das über einen Zeitraum von mehreren Tagen (maximal etwa 1,5 Wochen, danach sinkt die Nissenablagerate rapide).
Die ausgewachsenen Tiere haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 Tagen.

Die Nissen werden mit einer Kittsubstanz meist in der Nähe der Haarwurzeln an das Haar geklebt (sehr beliebt sind Schläfenbereich, Ohr und Nacken), je stärker der Befall ist, desto weiter wandern diese Ablagepunkte in den Außenhaarberreich.

Da Kopfläuse mehrmals am Tag Blut aufnehmen müssen, liegt die Überlebensrate ohne direkten Wirtkontakt bei ca.2-3 Tagen. Daher ist ein direktes Abwandern der Tiere auf unbelebte Objekte (Teddybären, Kissen usw.) eher ein Zufall, als das es direkt passiert.

Kopfläuse brauchen den direkten Kontakt zum Wirt und versuchen immer in seiner unmittelbaren Nähe zu sein (im Haar).

Befallserkennung:

Neben dem oft schmerzhaften Juckreiz, durch die Blutaufnahme der Tiere, können Nissen (Eier) oder lebende Läuse per optischer Untersuchung festgestellt werden. Hierbei ist ein im Handel erhältlicher „Nissenkamm“ ein sehr hilfreiches Werkzeug. In seltenen Fällen kommt es zu „Schuppenbildung“, die durch die Kopfhautreizung entsteht.

Bekämpfung:                              


Kopflausbefall ist Meldepflichtig!

Also bitte einen Kinder- oder Hautarzt aufsuchen, die Schule, den Kindergarten und gegebenenfalls das zuständige Gesundheitsamt / Ordnungsamt benachrichtigen.

Selbst mehrfaches Kopfwaschen mit handelsüblichen Shampoos ist keine wirksame Behandlungsmaßnahme, da die Kittsubstanz der Nissen nicht Wasserlöslich ist und das Shampoo nur eine geringe schädigende Wirkung auf die beweglichen Stadien (Erwachsene und Larven) besitzt.

Wenn der hinzu gezogene Arzt oder das Gesundheitsamt kein Behandlungsmittel verschreibt oder direkt ausgibt, sind solche Präparate in Apotheken erhältlich.

Hier unterscheidet man in Arzneimittel (AM) und Medizinprodukte (MP).

AM sind vom Staat geprüfte und zugelassene Medikamente, die auf chemischen Wege eine Abtötung der Schädlinge hervorruft. MP sind (zumeist auch geprüft und anerkannte) Mittel und Verfahren, die auf physikalischem Wege entweder eine Abtötung, eine Vergrämung oder Entfernung der Schädlinge hervorruft. (z.B. Nissenkämme).

Egal für welche Art von Behandlung man sich entschieden hat ist es wichtig sehr genau nach der Behandlungsbeilage (Waschzettel) vor zu gehen, den nur bei sachgerechter Anwendung hat man als „Laie“ die größt mögliche Sicherheit des Kopflausbefalles Herr zu werden.

Hierzu gehört leider meist auch eine zweite Behandlung nach 3-4 Tagen um das Überleben einer Restpopulation zu vermeiden. Solche Restpopulationen können von Tieren gebildet werden, die frisch aus ungeschädigten Nissen geschlüpft sind, oder beweglichen Stadien, die nicht ausreichend Kontakt mit dem Bekämpfungsmittel hatten und somit nur leicht oder gar nicht geschädigt wurden.

 

 

Weitere Informationen: Merkblatt für Ärzte - Robert Koch Institut Kopflausbefall

 
 

 

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