Staubläuse

 

Psocoptera


Die Staubläuse (Psocoptera) wurden in der Geschichte schon mit einer Vielzahl von Namen belegt:

  • Staubläuse
  • Bücherläuse
  • Steinläuse
  • Papierläuse
  • Flechtlinge
  • oder auch Wandschmiede

Weltweit wurden bislang ca. 2000 Arten beschrieben, davon kommen ca. 93 Arten in Mitteleuropa vor. Staubläuse haben sich einer breiten Palette von Lebensräumen angepasst. Die Natur hat geflügelte, kurzflügelige sowie flügellose Staubläuse hervorgebracht.

Analog zu ihren Lebensräumen unterscheidet man innerhalb der Gruppe Psocoptere, die einzelnen Arten an Hand der bevorzugten Lebensräume

  • als Bewohner von Blättern (Blattbewohner: Follicole),
  • Rinden (Rindenbewohner: Corticole),
  • Steinen, Steinbewohner: Lapidocole),
  • Höhlen (Höhlenbewohner: Carvernicole),
  • Nestern (Nestbewohner: Nidicole)
  • und als Bewohner von Häusern. (Domicole).

Insbesondere auf die Hausbewohner (die domicolen Arten) wie Staub- oder Bücherläuse sind soll hier eingegangen werden.

Bestimmung


Die eigentlichen Staub- bzw. Bücherläuse (insbesondere Familie Liposcelidae) sind zwischen 0,66 und 1,70 mm groß, weichhäutig, meist gelb oder bräunlich.


Lebensweise / Biologie


Da einige Arten die für sie wichtigen Bedingungen auch in menschlichen Wohnungen vorfinden, reicht es, wenn die Staubläuse zufällig durchs Fenster oder über die menschliche Kleidung hineingelangen. Danach werden sie schnell "heimisch". Staubläuse können lange ohne Nahrung auskommen so in aller Ruhe eine geeignete Nahrungsquelle suchen.

Staubläuse ernähren sich insbesondere von Schimmelpilzen und Algen, Vorrats- und Getreideprodukten, Teigwaren, Insektenresten und anderen pflanzlichen oder tierischen Stoffen sowie von Papiermaterial.

Kot und abgestorbene Tiere können Lebensmittel verunreinigen und sie damit verderben.

Staubläuse kommen vor allem in feuchten Wohnungen, Neubauwohnungen, aber auch in Bibliotheken und in Kellerräumen, auf offen gelagertem organischem Material in Küchen oder Vorratskammern sowie in Zimmern mit Zimmerpflanzen vor.

Einige Staublaus Arten, wie die in Wohnungen häufig vorkommende "Dolopteryx domestica" haben gut ausgebildete Flügel, mit denen sie auch sprungähnliche Flüge bzw. kleine Sprünge machen können.

Andere Arten haben verdickte Hinterschenkel, mit denen sie ebenso kleine Sätze machen können.

Wenn beim Hausbau alles schnell gehen soll und der Mieter einzieht, bevor die Wände durchgetrocknet sind, kann sich an den Tapeten ein für das menschliche Auge unsichtbarer Schimmelpilzrasen bilden. Dann ist auch ein massiver Staublaus-Befall möglich. Staubläuse fressen dort den kaum sichtbaren Schimmelpilzrasen von der Tapete ab und hinterlassen einen feinen Papierstaub. Dagegen hilft am besten, die Wände aus zu trocknen und so den Staubläusen die Nahrungsquelle entziehen.

Die optimalen Bedingungen für ihre Entwicklung liegen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % und Temperaturen von 25°C.

Die Entwicklungsdauer ist temperaturabhängig und beträgt 20 bis 40 Tage. Sie verläuft über das Ei Stadium und die anschließenden 3 bis 6 (8) Larven- Nymphenstadien bis zum fertigen (adulten) Insekt.. Staubläuse gehören zu den Hemimetabolen, d.h. es wird keine Metamorphose durchlaufen. Schon die Larven sehen wie "richtige Mini-Staubläuse" aus.

Ein Weibchen legt ca. 100 - 110 Eier. Diese werde ganzjährig produziert, so dass mindestens 6-8 Generationen pro Jahr (in Häusern) erreicht werden können. Die Lebensdauer von Staubläusen beträgt etwa 10-12 Wochen.

Werden Staubläuse als mögliche Auslöser von Allergien unterschätzt?


Staubläuse treten in Wohnungen wesentlich häufiger als angenommen wird. Diese Insekten könnten, ebenso wie Hausstaubmilben, ein Auslöser für Allergien sein. In einer Untersuchung bei 87 Allergikern wurden bei einem Drittel der Patienten im Blut Antikörper gegen Antigene von Staubläusen gefunden.

Bei einer Untersuchung der Allergie- und Asthmaklinik Bad Lippspringe stellte sich heraus, dass viele Allergiker Antikörper gegen Bestandteile von Staubläusen gebildet haben. Es wurden Blutproben von 87 Patienten untersucht, die gegen Vorratsmilben allergisch waren. Bei fast 30 Prozent seien im Serum auch Antikörper nachgewiesen worden, die für Staubläuse spezifisch waren. Ob diese Antikörper eine klinische Bedeutung hätten, sei bisher unklar.

Bekämpfung / Vorbeugung


Wohnräume trocken halten durch regelmäßiges Querlüften (4-5 mal am Tag für 10-15 Minuten). Möbelstücke von der Wand abgerückt aufstellen, damit die Luft zirkulieren kann. ).

Fenster im Winter nicht gekippt lassen, da sonst die Räume auskühlen und der Luftaustausch zu gering ist (Folge: Schimmelbildung). Keine Bücher in feuchten Kellern lagern.

Befallenes Material austrocknen. Da Staubläuse einen sehr dünnen Hautpanzer haben, vertrocknen sie durch Wärme äußerst schnell.

Eine Invasion von Staubläusen kann auch von verlassenen Spatzen- und Taubennestern ausgehen. Diese in einer fest verschlossenen Tüte in den Restmüll geben.

Aufgrund hoher Baufeuchte, kann sich an organischen Materialien, wie Tapeten usw., Schimmel bilden. Dieser Schimmelrasen muss nicht unbedingt mit bloßem Auge erkennbar sein, sondern kann über spezielle Messungen nachgewiesen werden.

Die Staubläuse wiederum ernähren sich von diesem Schimmelrasen. Somit muss in erster Linie die Ursache der Baufeuchte ermittelt und abgestellt werden.

Geräte zur Dehydrierung (Feuchtigkeitsentzug) können auch im Fachhandel gemietet werden.

Eine chemische Bekämpfung löst das Problem meist nur kurzfristig weil tiefe Ritzen und Spalten oft unzugänglich für Bekämpfungsaktionen sind, denn hier liegt oft ein Reservoir für Neubefall. Auf Dauer kann man das Problem langfristig nur lösen indem man ihnen den Lebensraum durch drastische Reduzierung der Luftfeuchte nimmt.

Dazu gehört natürlich auch das Ausschalten der Feuchtigkeitsquellen wie feuchte Wände usw und natürlich Geduld. Befallbegünstigende Lebensmittel z.B. sollte man unter 15° C lagern.

Der natürliche Feind der Staublaus ist der Bücherskorpion.

Bücherskorpion

Dieser zählt zwar, wie die echten Skorpione, zu den Spinnentieren, hat aber keinen Giftstachel am Hinterende und ist für den Menschen völlig harmlos. Bücherskorpione lähmen die Staubläuse mit dem Gift in den Scheren und saugen sie aus. Nur wenn schon die Staubläuse in der Wohnung stören, wer will dazu dann noch die Skorpione einziehen lassen?

Besser ist dann schon ein geprüfter Schädlingsbekämpfer. Dieser kann durch geeignete Methoden einen Befall von Staubläusen tilgen. Ddie Ursache jedoch (Baufeuchte) muss in jeden Fall abgestellt werden, da es sonst erneut zu Befall kommen kann.

Einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe finden Sie hier.

 

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