BettWanzen

 

Cimex lectularius


In den letzten Jahren werden Schädlingsbekämpfer und Gesundheitsbehörden zunehmend wieder mit dem Problem eines Befalls von Bettwanzen konfrontiert. Gerade bei verwahrlosten Wohnverhältnissen lassen sich diese unerwünschten Besucher aufspüren.

Nicht selten ist auch der Import von Bettwanzen, -eiern oder -larven aus tropischen Urlaubsländern über das Reisegepäck. So können Bettwanzen durchaus auch zum "Mitbringsel" von liebem Besuch werden.

Aber auch durch den Kauf antiquarischer Möbel sowie Möbeln aus zweiter Hand wie Betten, Sesseln und Couches möglich.oder Bilder kann es zu einer Verwanzung in Wohnungen kommen.

Bettwanzen können auch aus einem von verwilderten Haustauben bewohnten Dachboden in darunter liegende Wohnung eindringen.

Aussehen


Im Gegensatz zu den meisten anderen Wanzen besitzt die Bettwanze nur kleinste Flügelstummel. Wenn sie nicht mit Blut gefüllt ist, ist ihr Körper papierdünn und ca. 5 bis 8 mm lang.

Junge und erwachsene Bettwanzen sind von gleichem Aussehen. Die Farbe ist annähernd rotbraun. Bettwanzen haben keine guten Sinne für die Fernorientierung. Erst in einem Abstand von ~10 cm wird sie von der Wärmestrahlung und der Kohlendioxidabgabe geleitet und findet dadurch ihre Wirte.

Entwicklung


Die Eier werden vom Weibchen im Versteck festgeklebt. Jedes Weibchen legt etwa 200 Eier, insgesamt ca. 1 bis 12 pro Tag.

Die Anzahl der angelegten Eier hängt von der Temperatur und anderen äußeren Faktoren ab. Unterhalb von 10° C stellen die Weibchen die Eiablage ein. Während ihrer Entwicklung Häuten sich die jungen Wanzen fünfmal.

In jedem Stadium ist eine Blutmahlzeit notwendig. Insgesamt dauert die Entwicklung etwas mehr als 30 Tage.

Vorkommen und Bedeutung

Soweit man weiß, hat sich die Bettwanze in vorhistorischer Zeit in Asien entwickelt und zusammen mit dem Menschen alle wärmeren Gebiete der Erde besiedelt. Schon im Altertum war sie in den Mittelmeer Ländern ein verabscheutes Tier.

Da die Bettwanze ein warmes, trockenes Klima braucht, gelangte sie erst zu uns, als man wohlgeformte Wohnungen baute. Das geschah etwa im 17. Jahrhundert. Die Bettwanze hat dann schnell eine starke Verbreitung bei uns erfahren.

Heute ist sie eher selten, da sich die Hygiene in unseren Wohnungen wesentlich verbessert hat und zur Bekämpfung geeignete Präparate zur Verfügung stehen.

Die Bettwanze besucht ihr Opfer nur wenn sie hungrig ist. Zwischen den Mahlzeiten versteckt sie sich in Spalten, hinter Tapeten (daher ihr Spitzname "Tapetenflunder") und Bildern und in Fugen der Möbel.

Wenn sie hungrig wird, begibt sie sich auf Suche nach ihren Wirten. Eine erwachsene Wanze saugt im Verlauf von 10 Minuten etwa das Siebenfache ihres eigenen Gewichts an Blut.

Die Stiche der Tiere sind an einer breitflächigen Hautrötung in der Größe des Kleinfingernagels zu erkennen. Typisch ist daher ein Bild von Reihenstichen, die auch als Wanzenstraßen bezeichnet werden. Die Stiche sind schmerzfrei, und werden daher erst nach dem Aufwachen bemerkt.

Das Speicheldrüsensekret ist toxisch und ruft bei den meisten Menschen noch mehr als eine Woche später intensiven Juckreiz, oft kleine Blutungen und Quaddeln hervor. Behandelt werden sie mit juckreizstillenden Gelen oder Salbe.

Eine bakterielle Superinfektion kann durch Kratzen im Bereich der Stichstellen auftreten. Seltene Komplikationen sind ein Asthmaanfall, Urticaria papulosa (chronisch verlaufende entzündliche Hauterkrankung mit typischem Juckreiz) sowie ein anaphylaktischer Schock. Bei empfindlicheren Menschen kann es zu großflächigen Hautentzündungen, Unbehagen und Sehstörungen kommen.

Voll gesogen erreicht die Bettwanze ihr Versteck, verdaut die Nahrung, paart sich und legt Eier, bis sie wieder hungrig wird.

Bettwanzen können an Wänden emporklettern, sie können auch mit dem Rücken nach unten an rauen Decken laufen. Aber nicht immer können sie sich in dieser Position auf Dauer festhalten und fallen mitunter herunter.

Das ist wohl die Ursache für die Geschichten aber die Bettwanze, dass sie sich von oben auf das Opfer fallen lässt, wenn dieses die Beine seines Betts in Wasserschalen gestellt hat (das sollte den Angriff von unten verhindern).

Bekämpfung


Bekämpfungsmaßnahmen können nur von einem geprüften Schädlingsbekämpfer durchgeführt werden, sie gehören nicht in Laienhand, weil durch den unsachgemäßen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich sind.

 

Artikel der Ärzte Zeitung zum Thema Bettwanzen
Gesundheit.de zum gleichen Thema


Einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe finden Sie hier.

 

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